
Vorteile für Arbeitgeber
Outplacement setzt als Sozialleistung ein positives Signal für ausscheidende und verbleibende Mitarbeiter. Es hilft
auch, den Arbeitsmarkt zu entlasten sowie den inneren sozialen Frieden und gleichermaßen die Produktivität zu sichern. Zudem ergeben sich folgende weitere Vorteile:
- finanzielle Einsparung durch verkürzte Restlaufzeiten, da der zu Entlassende mit Hilfe von Outplacement in der Regel zügig eine neue Position besetzen
kann
- Verzicht auf leistungsmindernde Scheinlösungen
- kein Aufschieben von Entscheidungen sowie
- keine Bindung eigener Ressourcen.
Effiziente Beschäftigungssicherung
Eine erfolgreich durchgeführte Outplacementberatung umfasst in erster Linie die schnelle berufliche
Neupositionierung von Führungskräften und Mitarbeitern, damit sie erst gar nicht den Status von Arbeitslosen bekommen. Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet Outplacement eine zentrale Unterstützung auf dem Arbeitsmarkt. Sie sollen für die Bewerbung "fit" gemacht werden, erhalten für dieses
Verfahren ausreichende Unterstützung. Diese benötigen sie auch, denn mit dem schnellen Wandel vieler Branchen
verändern sich auch dafür die Regeln und Anforderungen an die Bewerber. Der marktnahe Beistand bewirkt:
- Verkürzung des Suchprozesses
- Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt
- Objektive Einschätzung des Leistungspotenzials
- Minimierung der Risiken
- Benchmarking der Möglichkeiten am Markt
- Nutzen der Beraterkontakte
- Logistische Begleitung
Exzellente Chancen im Hinblick auf die optimale neue Positionierung entstehen durch eine umfassende Analyse der Qualifikation, des Leistungspotenzials und des
Eignungsprofils der zu beratenden Klienten.
Hinzu kommt die individuelle und zielgerichtete Suche nach einer anderen, oftmals höher qualifizierten Tätigkeit oder einem Einstieg in die Selbständigkeit. Die Betreffenden
profitieren hierbei auch von den umfangreichen Kontakten und Netzwerken der Outplacementberatung.
Zielgruppen
In früheren Zeiten galt Outplacement in erster Linie als
Unterstützung im Top-Management.
Da die Vorteile der fairen Trennung überwiegen, profitieren heute auch Manager der 2. und 3. Ebene, andere Fach- und Führungskräfte sowie
gewerbliche Mitarbeiter davon. In der Regel bieten qualifizierte Beratungen unterschiedliche Module für die verschiedenen Gruppen an. Ein Top - Executive - Programm ist eine
Einzelberatung auf höchster Ebene. Diese Personengruppe, die es gewohnt ist, umfangreichen Support vor Entscheidungen zu bekommen, benötigt in erster Linie ein erstklassiges
Coaching, das ihnen den Weg zu einer Anschlussposition ebnet. Hier geht es um Selektionsinstrumente und Sondierungen, die auf gleicher Ebene eine Fortsetzung der Karriere ermöglichen
und die eine klare Marktstrategie und sensible Umsetzung erfordern.
Die Einzelberatung ist zugeschnitten auf Fach- und Führungskräfte. Vorrangig erfolgt hier eine durch psychologische
Managementdiagnostik gestützte Standortbestimmung, die
Definition der persönlich adäquaten und marktseitig realistischen Zielposition, die Definition des
Unter- nehmensumfeldes und eine entsprechende Begleitung in der operationalen
Umsetzung der Marktstrategie. Die Dauer der Beratung sollte
individuell abgestimmt werden, und zwischen 3 und 12 Monate betragen.
Muss ein Unternehmen viele Mitarbeiter ohne Führungsfunktion gleichzeitig entlassen, ist die Gruppenberatung ein
probates Instrument. In der Regel werden bis zu 10 Teilnehmer in zwei- bis dreitägigen Seminaren mit Workshopcharakter auf die neue Situation vorbereitet. Die Seminarinhalte umfassen u.a. das Eingehen auf die persönliche Situation, die Ermittlung der Fähigkeiten und Stärken, die Erstellung des Lebenslaufes und ein Training mit allen operativen Aspekten des
Bewerbungsprozesses. Die mehrmonatige Nachbetreuung, die auf individuelle Fragestellungen im laufenden
Bewerbungsprozess eingeht, gewährleistet eine hohe Handlungs- und
Platzierungssicherheit für den Klienten.
Prozessverlauf
Jede Outplacementberatung verläuft anders. Das ergibt sich aus den individuellen
Voraus- setzungen und Möglichkeiten des Kandidaten, auf die der Berater selbstverständlich eingeht. Grundlegend lassen sich jedoch fünf Phasen unterscheiden, aus denen sich der
Beratungs- prozess zusammensetzt. Die Beratung beginnt mit einer Analyse des Ist-Zustandes und der Bestimmung des angestrebten Zieles. In der zweiten Phase erstellen Berater und Outplacement - Kandidat eine
Marketing- und Suchstrategie für das weitere Vorgehen.
Anschließend erfolgt die Präsentation des Kandidaten auf dem
Arbeitsmarkt. Die vierte Phase beschäftigt sich mit der
Auswertung der Stellenangebote und einer
Entscheidungsfindung. Die Beratung schließt, in der Regel, mit einer
erfolgreichen Beendigung der Probezeit des Kandidaten in einem neuen Unternehmen
ab.
Kosten
Die Kosten der Outplacementberatung trägt der Arbeitgeber des Entlassenen. Sie belaufen sich auf ca. 20 Prozent des letzten Jahresgehalts des betreffenden Mitarbeiters plus einer einmaligen Verwaltungsgebühr, die zwischen 1 000 und 3 000 Euro liegt. Das Beispiel mag verdeutlichen, dass durch eine Reduzierung der Restlaufzeit der Verträge die kompletten Kosten für die Outplacementberatung refinanziert werden
können.
Beispiel:
Ein Klient hat einen Arbeitsvertrag, der bis zum 31.12.2003 läuft. Sein monatliches Einkommen beträgt 5 000 Euro. Die Kosten seiner Beratung liegen bei 12 000 Euro. Beginnt der Betreffende ab dem 1.7.2003 bereits an einer neuen
Arbeitsstelle, "spart" das Unternehmen 6 Monats- gehälter.
Die Honorarstruktur von Gruppenberatungen hängt von der Anzahl der Teilnehmer, Dauer und Umfang der Maßnahme ab. Das durchschnittliche Honorar liegt zwischen
1
000 und 3 000 Euro pro Mitarbeiter. Bei sehr großen Projekten, die sich über viele Monate erstrecken, mehrere hundert Teilnehmer und aktive Arbeitsvermittlung umfassen, kommen
unterschiedliche Tages- sätze in Anrechnung.
Fazit
Outplacement ist eines der erfolgreichsten
personalpolitischen Instrumente bei der sozial-
verträglichen Trennung von Mitarbeitern und deren Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess. In den angelsächsischen Ländern, in denen es deutlich leichter ist, sich von Mitarbeitern zu trennen, ist Outplacement ein selbstverständlicher Service. Auch in Deutschland nimmt in den letzten Jahren die Akzeptanz der einvernehmlichen Trennung zu, da die Unternehmen Outplacement auch als Investition in die verbleibenden Mitarbeiter begreifen.
Zunehmend Outplacement – Beratung
- Zehn Prozent der insgesamt 1 200 befragten
Personalleiter bieten auch Nachwuchsführungskräften und 22 Prozent Fachkräften Outplacement an
- In vier von zehn Unternehmen kann sich das mittlere
Management mit Hilfe eines Outplacement – Beraters einen neuen Arbeitsplatz suchen, in jeder vierten Firma das
Top – Management
- 36 Prozent der Personalleiter handeln dabei aus sozialer Verantwortung
- jeder vierte will auf diese Weise einen Imageverlust für das Unternehmen vermeiden
- 18 Prozent erwarten, so Mitarbeiter zum Weggang bewegen zu können
- Für 17 Prozent steht hinter dieser Zusage die Würdigung früherer Verdienste
- Lediglich 5 Prozent wollen durch eine Outplacement –
Beratung eine Klage verhindern
Quelle: Capital, Ausgabe 8/2003, EVT 2.April, Studie der Medienakademie Köln
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