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Newsletter zum Thema Einsatzmöglichkeiten von Coaching

Es gibt Situationen, in denen ein externer Coach sinnvoll ist:

Eine Führungskraft stößt auf für sie selbst nicht nachvollziehbare Ablehnung, durchlebt eine akute berufliche Krise, hat Ängste vor einer völlig neuen Herausforderung oder will sich optimal auf sie vorbereiten oder kann sich einen Karrierestillstand nicht erklären.

Beispiele für eine persönliche Checkliste von einigen wenigen, aber symptomatischen Ausgangssituationen, für die ein externer Coach sinnvoll sein kann:

  • Ich würde gerne meinen persönlichen/beruflichen Standort mit jemandem besprechen und reflektieren.

  • Ich möchte objektiv erfahren, wie wirke ich auf andere und warum ich bestimmte Schwierigkeiten habe.

  • Ich würde in Stress-Situationen gerne aus meinem Schema von Reflexen ausbrechen, anders reagieren.

  • Auf eine neue Aufgabe, die in Kürze auf mich zukommt, würde ich mich gerne im Hinblick auf die voraussichtlichen nichtfachlichen Anforderungen vorbereiten.

  • Ich möchte mein Kommunikations- und Führungsverhalten bei ganz konkreten Alltagssituationen hinterfragen und, wenn sinnvoll, ändern, um zu befriedigenderen Lösungen zu kommen.

  • Ich habe viel erreicht in meinem bisherigen Berufsleben, frage mich aber immer häufiger, ob ich in diesem Unternehmen und in dieser Position richtig bin und ob das alles gewesen ist.

  • Ich möchte eine berufliche Neuorientierung als persönliche Chance für meinen weiteren Lebensweg nutzen und einiges richtiger machen.

  • Meine derzeit schwierige private Situation hat zunehmend Auswirkungen auf mein Berufsleben, und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

Ein guter Coach muss zahlreiche Rollen spielen können, die von Mitfühlen bis Durchsetzen reichen. Coachen bedeutet folglich Betreuung, Beratung, Führung und Beistand mit fließenden Grenzen, ohne der Sozialarbeiter zu werden, der durch zu große Nähe im Verstehen die Kompetenz zum Helfen verliert. Coaching beinhaltet positive Manipulation ebenso wie Härte und das Aussprechen unliebsamer Dinge, wie absolute Ehrlichkeit und Konstruktivität.

Ein Coach muss einen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes aufbauen können, weil er nach intensiven Gesprächen und Sich-auf-den-anderen-einlassen die wesentlichen Merkmale der Persönlichkeit erkannt haben muss. Der Coach muss jemandem helfen, sich selbst im Zusammenwirken seiner einzelnen Eigenschaften und Fähigkeiten, aber auch seiner Defizite und seines Unvermögens kennen zu lernen; er darf - mit entsprechender Begründung und Transparenz für den Beratenen - ihm helfen, diese Einzelelemente in einer anderen, vielleicht wünschenswerteren Art zu ordnen. Wesentlich ist die Berücksichtigung des individuellen "Kerngehäuses" und der Respekt vor bestimmten Wertmaßstäben, da sonst Änderungen langfristig nicht tragfähig sein werden. Gerade Berater, die auf Grund ihrer Fähigkeiten in diesem Sinne Macht über Menschen haben, tragen damit eine außerordentliche Verantwortung, mit der sie sehr sorgfältig umgehen müssen.

Ein Coach hat in jedem Fall eine schwere Aufgabe zu bewältigen, die beim Wahrnehmungsfeedback beginnt, über die Phase der Aufklärung und Vermittlung von Erkenntnissen zum Verstehen und Akzeptieren führt und (hoffentlich) im Umsetzen in Handlungen endet. Die Phasen der beraterischen Begleitung können unterschiedlich lange dauern - gar mehrere Jahre - und bewirken als Hilfestellung nicht gerade Wunder, aber doch positive Veränderungen oder auch nur gezielte Unterstützung.

Ein Coach darf jedoch nur selten die Lorbeeren selbst ernten, weil er sich völlig zurücknehmen können muss, streng nach der Devise: Du bist nicht wichtig, Du bist nur während einer begrenzten Zeit nötig!